Psychothriller

langsam steigt die Panik hoch

Nervenzerreißende Spannung liegt bereits im Namen des Thriller-Genres, hier geht es darum, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr zu Atem kommen zu lassen. Dabei ist gar nicht viel Action nötig, es reicht schon die ständige unterschwellige Bedrohung, die in der Luft liegt und die Hauptfigur mehr und mehr in die Enge treibt, bis es keinen Ausweg mehr zu geben scheint. Die Buchseiten rinnen dahin wie die Körner in der Sanduhr: Weglegen? Unmöglich! Während das Netz des Täters sich enger zieht, schnürt es der Hauptfigur langsam die Luft ab. Vielleicht kennen wir den einzigen Ausweg bereits, möchten die lebensrettende Botschaft in das Buch hineinrufen, damit sie diesen panisch kämpfenden Menschen erreicht, der uns bereits nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen ist. Doch wir müssen hilflos mit ansehen, wie der Abgrund sich nähert, um dann, schlussendlich …

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Menschliche Urängste im Psychothriller durchleben

Emotionen und innere Konflikte bilden ein Hauptthema des Psychothrillers, mancher Autor nährt mit Wonne menschliche Urängste wie die kindliche Furcht vor dem Dunklen oder die Angst, zu ersticken. Tief in unserer Seele schlafen diese Ängste, es braucht nur einen Funken, um sie zu wecken. Die Hauptfigur eines Psychothrillers ist oft durch eine Vorgeschichte sensibilisiert oder gar traumatisiert, die aktuellen Ereignisse in der Geschichte wirken wie ein Trigger und bringen das Kopfkino in Fahrt. Nicht immer gibt es einen bewussten Strippenzieher im Hintergrund, doch wenn er existiert, dann weiß er genau um die wunde Seele seines Opfers – und scheint auch mit den Emotionen des Lesers vertraut zu sein, so gekonnt knüpft er seine klebrigen Fäden. Der Wahnsinn lauert dabei hinter jeder Ecke und reißt uns heraus aus dem sicheren Nest unseres Lebens, um uns in eine Welt der Schrecken zu schleudern.

Wahrheit oder Täuschung?

Die Dinge sind nicht immer, wie sie scheinen: Täuschungen pflastern in einem Psychothriller den Weg, das Gefühl der Sicherheit wird als purer Selbstbetrug entlarvt. Sogar nach einem vermeintlichen Happy-End sehen wir das Böse schon wieder auf der Lauer liegen. Manche Hauptfigur betritt den Teufelskreis gar aus eigenem Antrieb, glaubt sich verfolgt, ohne dass ein Verfolger da ist. Der Leser fiebert stundenlang mit und erfährt erst am Ende, dass alles nur einem wahnhaften Hirn entsprang und der Feind in Wirklichkeit ein Freund ist, dessen Hand nicht nach der Kehle griff, sondern, stets missverstanden, Hilfe und Versöhnung bringen wollte.