Horrorbücher

buchstabierte Albträume

Was lauert dort im finsteren Schatten, wo unsere Augen versagen und uns nichts als schwarze Leere vortäuschen? Ein leises Rascheln, ein tiefes Knurren verrät das Monster unterm Bett, das Biest im Keller oder das hungrige Ungeheuer auf dem Rücksitz. Horror-Romane entführen ihre Leser in eine Welt voller Schrecken, sie sind buchstabierte Alpträume, eiskalte Seelenkriecher. In ihnen setzen sich die finsteren Geschichten fort, die wir uns als Jugendliche zum Gruseln am Lagerfeuer erzählt haben und die uns den Rest der Nacht nicht schlafen ließen. Ströme von Blut rinnen zwischen den Buchseiten in unser gemütliches Leben und bringen uns eiskalt zum Erschauern.

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Zwischen subtiler Bedrohung und Splatter-Fantasien

Selbst im Horror-Genre gibt es einen eher sanften Bereich, in dem sich nicht die abgerissenen Gliedmaßen aneinanderreihen, sondern das Blut wohldosiert spritzt. Doch diese Art von Geschichten kann erschreckender wirken als die wohlbekannten Splatter-Storys, deren Massaker uns zeitweilig an die zermatschten Fliegenheere auf der Windschutzscheibe erinnern. Subtiler Horror, mit weniger Leichen, dafür aber mehr unterschwelliger Bedrohung, liefert eher den Stoff, aus dem die Albträume sind. Er beschwört Bilder in den Köpfen der Leser herauf, die in so manch schlafloser Nacht wiederkehren oder uns schweißnass erwachen lassen. Manches Horrorbuch kommt sogar fast ohne Tote aus, dem Autor kann es aber trotzdem gelingen, auf diffuse Weise die menschliche Furcht anzustacheln und einen steilen Spannungsbogen zu knüpfen.

Das Böse lauert überall

Leser, die sich im Horror-Genre auskennen, wissen ganz genau: Das Böse lauert überall. Ob sich Haustiere in wilde Bestien verwandeln, der Nachbar zum seelenlosen Zombie mutiert oder Dämonenscharen in diese Welt einbrechen: Nichts und niemand ist vor den finsteren Fantasien der Horror-Autoren sicher, sogar in den eigenen Liebsten lauert vielleicht bereits die blutrünstige Bestie! Da nützt es nichts mehr, die Türen zu verriegeln und sich unter der Bettdecke zu verkriechen, die kalte Hand des Grauens greift nach jedem Leser, dem es nicht gelingt, sich rechtzeitig aus der schaurigen Story zu lösen und sich dem realen Leben zuzuwenden. Aber was soll’s: Manch ein harmloser Büromensch genießt seinen abendlichen Horrortrip in vollen Zügen und denkt gar nicht daran, die Albträume auszusperren. Denn Horror kann tatsächlich süchtig machen!